Karriere News
"Demografie kennt keine Alternative"
Freitag, 06.07.2012
Lebensmittel Zeitung: Herr Wenderoth, in der Administration bieten Sie längst flexible Arbeitszeiten. Warum starten Sie in der Produktion viel später?
Jochen Wenderoth, Director HR bei Unilever
Foto: Unilever Jochen Wenderoth: In der Produktion ist das viel schwieriger umzusetzen. Man kann beispielsweise überhaupt nicht im Homeoffice arbeiten, weil die Präsenz an der Maschine erforderlich ist. Hier geht es jetzt um die Frage, wie dennoch eine größere Flexibilität erreicht werden kann. Wir suchen nach intelligenten Lösungen.
LZ: Bitte nennen Sie ein Beispiel.
Wenderoth: Es gibt Modelle für flexible Schichtbesetzungen. Rollierende Systeme mit Springern. Man kann auch über versetzte Schichtzeiten nachdenken. Oder Lösungen, bei denen zwar die Schicht zu einer festen Zeit anfängt, der einzelne Mitarbeiter aber die Freiheit hat, später einzusteigen oder früher aufzuhören. Voraussetzung ist aber, dass die Schicht insgesamt gefüllt ist. Das ist eine enorme Herausforderung an jede Form der Arbeitsorganisation.
LZ: Haben Sie damit Erfahrungen?
Wenderoth: Nein. Diese Organisation ist noch sehr neu. Bei Unilever haben wir das bisher nicht umgesetzt.
LZ: Wer sind Ihre Hauptwettbewerber, wenn es um Mitarbeiter geht?
Wenderoth: Das muss man standortbezogen betrachten. Alle Unternehmen im Umkreis von 50 Kilometern sind Mitbewerber am Arbeitsmarkt. Nicht in allen Qualifikationsbereichen. Aber nehmen Sie das Beispiel eines Technikers. Der kann frei entscheiden, ob er zu Knorr nach Heilbronn geht oder zu Audi nach Neckarsulm. Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Attraktivität als Arbeitgeber weiter ausbauen.
LZ: Gibt es eine Alternative?
Wenderoth: Nein. Demografie kennt keine Alternative.
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