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Karriere News
Arbeitszeit: Flexibilität ist gefragt
5. März 2010
LZ|NET/juh. Beruflicher Erfolg und Geld sind nicht alles:
Arbeitnehmer wünschen sich zunehmend eine flexible
Arbeitszeitgestaltung. Hauptursache für diesen Wunsch ist die
Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
79 Prozent der Frauen und
68 Prozent der Männer würden gerne flexible Arbeitszeiten in
Anspruch nehmen, ergab eine Studie der Personalmanagement-Beratung
Hewitt.
Die Arbeitgeber erkennen diese Notwendigkeit: Drei
Viertel der HR-Verantwortlichen und 46 Prozent der Führungskräfte
sind der Meinung, dass flexible Arbeitsbedingungen ein
erfolgskritisches Unternehmensinstrument sind, ergab der Leitfaden
"HR Trends 2010".
Die Gründe, warum Arbeitgeber flexible
Arbeitsbedingungen offerieren, sind vielfältig: 77 Prozent sind der
Meinung, dadurch die Verweildauer der Mitarbeiter im Unternehmen zu
verlängern. 58 Prozent glauben, mit flexibleren Rahmenbedingungen
die Mitarbeitermotivation zu erhöhen und 53 Prozent erhoffen sich
Vorteile bei der Rekrutierung.
Zeitsouveränität wirkt sich
deutlich auf die Motivation und Leistungsbereitschaft der
Mitarbeiter aus. Sie stärkt außerdem die Arbeitsmoral. "Beide
Parameter sind wichtig, um das Unternehmen für den Aufschwung und
zukünftiges Wachstum zu rüsten", sagt Charles Donkor von Hewitt
Associates.
Doch auf Arbeitgeberseite gibt es auch Vorbehalte
und Bedenken gegenüber einer Flexibilisierung der
Arbeitsbedingungen: 61 Prozent der Unternehmen glauben, dass eine
Flexibilisierung das Arbeitsvolumen der Mitarbeiter reduziert, 37
Prozent sind der Meinung, dass sich dadurch ein Defizit an Führung
einschleicht und 31 Prozent befürchten, dass sich die Haltung der
Mitarbeiter negativ verändert. "Dabei geht es nicht darum, weniger
zu arbeiten, sondern die Arbeit zeitgemäß und individuell zu
organisieren", sagt Donkor.
Flexible Arbeitsbedingungen können
auf dem Bewerbermarkt ein wichtiges Auswahl- und
Entscheidungskriterium sein. Berufseinsteiger legen bei der
Arbeitgeberwahl Wert auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen
Arbeit und Freizeit. Die Vergütung folgt erst an vierter Stelle und
spielt für 31 Prozent eine wichtige Rolle.
"Um High Potentials
für das eigene Unternehmen zu gewinnen, reicht eine ansprechende
Vergütung nicht mehr aus. Absolventen wollen eine
Unternehmenskultur, die Perspektiven bietet, und sie legen mehr
Wert auf Rekreation, ermittelte eine Kienbaum-Studie im Rahmen
ihrer aktuellen Absolventenstudie. Jeweils 30 Prozent der
Absolventen hoffen auf Kreativität und Flexibilität im späteren
Arbeitsleben.
Die wichtigsten Werte und Ziele im Leben der
befragten Absolventen sind immateriell: So gibt die Mehrheit an,
dass Familie und Freunde im Leben höchste Priorität haben, dicht
gefolgt von Selbstverwirklichung (50 Prozent) und Gesundheit (46
Prozent).
"In Ansprache und Entwicklung der High Potentials
wird vor allem der Umgang mit dem gewandelten Anspruch an die
Work-Life-Balance eine große Herausforderung für Personalabteilung
und Kommunikation", sagt Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von
Kienbaum Communications.
Ebenfalls als wichtig werden die
Kriterien Nachhaltigkeit (24 Prozent) und soziales Engagement (9
Prozent) erachtet. Eine bekannte Marke ist für nur 7 Prozent der
Studierenden entscheidend bei der Arbeitgeberwahl. Die Präferenzen,
ob der künftige Arbeitgeber ein mittelständisches Unternehmen oder
ein Großkonzern sein soll, sind ausgeglichen.




