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17.04.2014

Arbeitsrecht


Senioren dürfen arbeiten

10. Januar 2014

Serie Arbeitsrecht – Beschäftigung von Senioren – Arbeitgeber zahlt Lohnnebenkosten weiter

LZnet/Hendrik Bourguignon. Statt Altersteilzeit anzubieten, bemühen sich Unternehmen zunehmend, "alte" Mitarbeiter an sich zu binden, möglichst auch über das Rentenalter hinaus. Dabei gilt es, den rechtlichen Rahmen zu beachten.

 

Arbeitgeber können Mitarbeiter über die Rentengrenze hinaus im Rahmen eines befristeten oder unbefristeten Arbeitsverhältnisses beschäftigen – genau wie jüngere Mitarbeiter auch. Ausnahme: Da der Arbeitnehmer durch den Rentenbezug bereits für das Alter abgesichert ist, nimmt er nicht mehr an der betrieblichen Altersversorgung teil.

Hendrik Bourguignon ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Partner bei Factum.
Hendrik Bourguignon ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Partner bei Factum.
Foto: Factum
Mitarbeiter, die älter als die Regelaltersgrenze von künftig 67 Jahren sind und bereits eine Vollrente erhalten, sind in der Rentenversicherung und in der Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei.

Der Arbeitgeber muss trotzdem die Arbeitgeberanteile abführen. Hintergrund: Einen Rentner zu beschäftigen darf für Arbeitgeber nicht billiger sein als einen jüngeren Arbeitnehmer. In der Kranken- und Pflegeversicherung gibt es keine Abweichungen zum "normalen" Arbeitnehmer.

Für Rentner ist Arbeiten neben dem Rentenbezug nur dann attraktiv, wenn der Verdienst nicht angerechnet wird. Ist die Regelaltersgrenze erreicht, können Rentner unbegrenzt hinzuverdienen. Wer eine vorzeitige Altersrente oder eine Teilrente (zum Beispiel Witwenrente) erhält, muss jedoch bestimmte Hinzuverdienstgrenzen beachten.

Hinzuverdienstgrenzen beachten

Wird mit dem Rentner ein unbefristetes Arbeitsverhältnis geschlossen, gelten dafür die Vorschriften des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG). Das bedeutet, dass für ältere Arbeitnehmer kein genereller Kündigungsschutz besteht. Im Gegensatz zu Schwerbehinderten, Schwangeren oder Arbeitnehmern in Elternzeit gehören sie keiner besonders schützenswerten Gruppe an. Dementsprechend müssen sich ältere Arbeitnehmer den im Betrieb geltenden Regeln fügen – auch, wenn es um Kündigungen geht.

Dennoch: Manche ältere Arbeitnehmer können einem Arbeitgeber länger erhalten bleiben als gewollt.

Unternehmen können – auch mit Rentnern – auf der Basis des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) reine Zeitbefristungen bis zur maximalen Dauer von zwei Jahren vereinbaren, sofern der Rentner nicht bereits in seiner "aktiven" Zeit bei dem Unternehmen beschäftigt war.

Des Weiteren ist eine Befristung mit einem Sachgrund zulässig, sofern dieser tatsächlich vorliegt. Nach § 14 III TzBfG ist es möglich, ältere Erwerbstätige, die zuvor mindestens vier Monate beschäftigungslos waren, ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes bis zu einer Dauer von fünf Jahren befristet zu beschäftigen.

Beratervertrag statt Befristung

Soll der Mitarbeiter unmittelbar im Anschluss an seine frühere Tätigkeit ohne jede Unterbrechung beschäftigt werden, ist eine Befristung nach § 14 III TzBfG keine Option. Wenn es keinen sachlichen Grund für eine befristete Tätigkeit gibt und der Arbeitgeber kein unbefristetes Arbeitsverhältnis eingehen will, empfiehlt sich der Abschluss eines Beratervertrags.

Dabei ist zu beachten, dass diese freie Mitarbeit vor allem durch Weisungsfreiheit geprägt sein muss, andernfalls liegt ein Arbeitsverhältnis vor. Die Hinzuverdienstgrenzen des SGB VI gelten auch hier. Für das Unternehmen besteht bei diesem Modell der Vorteil, dass es keine Sozialabgaben abführen muss.

 


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